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Biogene Nanotherapeutika

Jun. Prof. Dr. Gregor Fuhrmann

Die Kombination von falscher und zu häufiger Antibiotikaanwendung sowie unzureichende Hygienemaßnahmen in Krankenhäusern führt zu einer weltweit zunehmenden Zahl resistenter Keime, für die immer weniger wirksame Therapien existieren. Die Wissenschaftler der Gruppe „Biogene Nanotherapeutika“ entwickeln intelligente Wirkmechanismen und Nanosysteme, die bekannte Antibiotika im menschlichen Körper gezielt an infizierte Stellen transportieren. Dazu bedienen sie sich moderner biomimetischer Systeme, die Mechanismen aus der Natur nutzen oder von diesen abgeleitet sind. Dies ermöglicht eine wirksame Bekämpfung pathogener Bakterien bei minimalen Nebenwirkungen.

Unsere Forschung

Unser Schwerpunkt liegt auf der Charakterisierung der extrazellulären Vesikel (EVs) als natürliche Überträger zellulärer Information. EVs sind Nanopartikel von 50-200 nm Größe, die auf natürliche Weise von praktisch allen eukaryotischen und prokaryotischen Zellen produziert werden. EVs bestehen aus einer Lipid-Doppelschicht, tragen Signalmoleküle, wie Proteine oder Nukleinsäuren (z.B. microRNA), und sind sehr effiziente Zell-Zell-Kommunikatoren, die von einem Zelltyp zum anderen wandern, über ihre Oberflächen- und Membranproteine mit der Zielzelle interagieren und so Signalmoleküle hochspezifisch übertragen.


Wir sind daran interessiert, die Rolle der EVs während der Infektion zu verstehen, aber wir wollen diese biogenen Träger auch dazu nutzen, Wirkstoffmoleküle auf das Zielgewebe zu übertragen. Unser Ziel ist es, diese mit Medikamenten beladenen EVs in eine pharmazeutische Formulierung einzubauen und ihre Effizienz in komplexen in vitro- und in vivo-Modellen zu evaluieren. Darüber hinaus isolieren und charakterisieren wir bakterielle EVs und untersuchen, wie diese mit anderen Bakterien oder menschlichen Zellen interagieren und welche physiologische Rolle sie haben. Aus diesen Studien lassen sich neue therapeutische Ansätze zur Bekämpfung bakterieller Infektionen ableiten.

Um mehr über unsere Arbeit zu erfahren, besuchen Sie bitte auch www.fuhrmann-lab.de
 

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